Was ist Estradiol (inkl. Estradiolcypionat)?
Estradiol ist das wichtigste körpereigene Östrogen; auch beim Mann spielt es eine Rolle für Knochen, Libido und Fettstoffwechsel. Medizinisch wird es v. a. in der Hormontherapie bei Wechseljahresbeschwerden und bei Östrogenmangel eingesetzt; Estradiolcypionat ist ein lang wirksamer Ester zur Injektion. Im Umfeld von Steroidgebrauch wird der Östrogenspiegel oft eigenmächtig manipuliert – etwa wenn er durch übermäßigen Einsatz von Aromatasehemmern zu stark gesunken ist.
Wie gut ist Estradiol (inkl. Estradiolcypionat) untersucht?
Sehr gut untersucht: große Studien zur Hormontherapie in und nach den Wechseljahren (u. a. Women's Health Initiative). Für eigenmächtige Anwendung bei Männern im Steroidkontext gibt es keine Studien.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Estradiol (inkl. Estradiolcypionat)?
Laut US-Warnhinweis erhöhen Östrogene das Risiko für Gebärmutterkrebs; in großen Studien fanden sich bei Frauen nach den Wechseljahren mehr Herzinfarkte, Schlaganfälle, Brustkrebs, Lungenembolien und Thrombosen sowie ein erhöhtes Demenzrisiko ab 65 Jahren. Beim Mann können hohe Spiegel Gynäkomastie, Libidoverlust und eine Unterdrückung der eigenen Testosteronbildung verursachen. Injektionsware aus nicht-pharmazeutischer Herstellung birgt Infektions- und Dosierungsrisiken.
Ist Estradiol (inkl. Estradiolcypionat) in Deutschland zugelassen?
Kurz: ja. Estradiol ist in der EU/Deutschland in vielen Darreichungsformen zugelassen und verschreibungspflichtig; Estradiolcypionat ist in den USA zugelassen, in Deutschland nach unserem Kenntnisstand nicht als Fertigarzneimittel im Handel. In den gängigen Auszügen der WADA-Verbotsliste nicht als verbotene Substanz genannt – Status im Einzelfall bei der NADA prüfen. Hormontherapie gehört in ärztliche Hände.
Quellen
Hinweis: Hier stehen bewusst keine Dosierungen. Bei zugelassenen Mitteln legt die Ärztin oder der Arzt die Dosis fest; für nicht zugelassene Stoffe gibt es keine gesicherten Angaben.