Was ist Chlordehydromethyltestosteron?
Chlordehydromethyltestosteron ist ein chloriertes Derivat von Metandienon. Es wurde in den 1960er-Jahren vom DDR-Betrieb VEB Jenapharm als Oral-Turinabol entwickelt. Es war das zentrale Mittel des DDR-Staatsdopings.
Wie gut ist Chlordehydromethyltestosteron untersucht?
Keine modernen klinischen Studien; Wissen stammt vor allem aus dem DDR-Dopingprogramm und dessen Aufarbeitung sowie aus Dopingkontrollen. Eine heutige medizinische Indikation gibt es nicht.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Chlordehydromethyltestosteron?
Neben den typischen Androgen-Risiken (Blutfette, Herz-Kreislauf, Hormonachse, Fruchtbarkeit) wurden besonders gefährliche Leberschäden beobachtet. Im DDR-Doping erhielten auch Frauen und Mädchen das Mittel, mit teils bleibender Vermännlichung und langfristigen Gesundheitsschäden.
Ist Chlordehydromethyltestosteron in Deutschland zugelassen?
Kurz: nein – nur außerhalb der EU. Früher in der DDR als Arzneimittel verfügbar, heute weltweit kein zugelassenes Präparat bekannt. WADA S1 (ausdrücklich genannt). Nach dem Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) sind Handel und Inverkehrbringen verboten; schon Erwerb und Besitz einer „nicht geringen Menge“ (Dopingmittel-Mengen-Verordnung) sind strafbar – auch für Freizeitsportler und auch zum Eigenbedarf. Schwarzmarktware ist häufig gefälscht, falsch dosiert oder verunreinigt.
Quellen
Hinweis: Hier stehen bewusst keine Dosierungen. Bei zugelassenen Mitteln legt die Ärztin oder der Arzt die Dosis fest; für nicht zugelassene Stoffe gibt es keine gesicherten Angaben.