Was ist Testosteron?
Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Es wirkt über den Androgenrezeptor auf Muskulatur, Knochen, Blutbildung, Libido und Geschlechtsmerkmale. Die verschiedenen Ester unterscheiden sich vor allem darin, wie lange sie nach der Injektion wirken.
Wie gut ist Testosteron untersucht?
Sehr gut untersucht: Als Ersatztherapie bei nachgewiesenem männlichem Hypogonadismus ist Testosteron seit Jahrzehnten zugelassen. Zum nicht-medizinischen Einsatz in hohen Mengen (Bodybuilding) gibt es vor allem Beobachtungsstudien und Fallberichte, die deutliche Schäden dokumentieren.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Testosteron?
Schon bei ärztlicher Therapie: Anstieg von Hämoglobin/Hämatokrit (Polyglobulie, Thromboserisiko), Prostata-Überwachung nötig, Ödeme, Blutdruckanstieg, Akne. Bei Missbrauch laut FDA zusätzlich Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Depression, Aggressivität, Abhängigkeit und Unfruchtbarkeit; ungünstige Blutfette (HDL sinkt). Die eigene Hormonproduktion wird unterdrückt und erholt sich nach Absetzen teils erst nach vielen Monaten, manchmal nicht vollständig. Bei Frauen Vermännlichung (tiefe Stimme, Bartwuchs, teils irreversibel).
Ist Testosteron in Deutschland zugelassen?
Kurz: ja. In Deutschland/EU als Arzneimittel zugelassen (Hypogonadismus) und verschreibungspflichtig; die Behandlung gehört in ärztliche Hände mit Laborkontrollen. WADA S1 (jederzeit verboten). Nach dem Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) sind Handel und Inverkehrbringen verboten; schon Erwerb und Besitz einer „nicht geringen Menge“ (Dopingmittel-Mengen-Verordnung) sind strafbar – auch für Freizeitsportler und auch zum Eigenbedarf. Schwarzmarktware ist häufig gefälscht, falsch dosiert oder verunreinigt.
Quellen
- Testosteron – Gelbe Liste
- Ärzteblatt: FDA warnt vor Missbrauch und Abhängigkeit von Anabolika/Testosteron (2016)
- Polyglobulie bei Missbrauch von androgenen anabolen Steroiden – Swiss Medical Forum 2019
Hinweis: Hier stehen bewusst keine Dosierungen. Bei zugelassenen Mitteln legt die Ärztin oder der Arzt die Dosis fest; für nicht zugelassene Stoffe gibt es keine gesicherten Angaben.