Was ist Cardiogen?
Cardiogen gehört zu den sogenannten Peptid-Bioregulatoren aus der Gruppe um Wladimir Chavinson (St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie). Es soll gewebespezifisch auf den Herzmuskel wirken, indem es angeblich die Genexpression in den Zellen dieses Gewebes „normalisiert“.
Wie gut ist Cardiogen untersucht?
Die Daten stammen fast ausschließlich von einer einzigen russischen Forschungsgruppe und ihrem Umfeld: überwiegend Zell- und Tierversuche, dazu wenige kleine, methodisch schwache Humanberichte. Unabhängige Replikationen und randomisierte kontrollierte Studien nach heutigem Standard fehlen; Aussagen zu Anti-Aging oder Organschutz sind nicht belegt.
Welche Nebenwirkungen und Risiken hat Cardiogen?
Systematische Sicherheitsdaten am Menschen gibt es praktisch nicht; die Behauptung „frei von Nebenwirkungen“ stammt von der Entwicklergruppe selbst. Graumarktware ist in Reinheit, Gehalt und Sterilität ungeprüft – bei Injektion drohen Infektionen, Verunreinigungen und allergische Reaktionen. Wechselwirkungen mit Medikamenten und Langzeitfolgen sind unbekannt.
Ist Cardiogen in Deutschland zugelassen?
Kurz: nein. In der EU und in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen; in Russland werden solche Kurzpeptide vor allem als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet, nicht als geprüfte Arzneimittel. Als Injektionspräparat wäre es ein nicht zugelassenes Arzneimittel im Sinne des AMG; Sport: nicht zugelassene Substanzen können unter die WADA-Klasse S0 fallen. Hohes Qualitäts- und Fälschungsrisiko.
Quellen
- Wikipedia: Vladimir Khavinson (Institut, Peptidpräparate)
- Khavinson et al.: Peptide bioregulation of aging – results and prospects (PubMed 19830585)
Hinweis: Hier stehen bewusst keine Dosierungen. Bei zugelassenen Mitteln legt die Ärztin oder der Arzt die Dosis fest; für nicht zugelassene Stoffe gibt es keine gesicherten Angaben.